Da der Hyper-V Server 2008 R2 und der Windows Server 2008 R2 nun RTM sind, habe ich mir den Hyper-V Cluster näher angeschaut.

Für die Simulation habe ich 3 physische Computer verwendet:

2 Hyper-V Server 2008 R2
1 Windows Server 2008 R2 (inkl. iSCSI Target)

Das zentrale Storage wird über iSCSI angebunden. Dafür verwenden wir den Windows Server 2008 R2.

Topologie

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Um den Cluster zu erstellen müssen 8 Schritte durchgeführt werden:

Schritt 1 Hyper-V Server und Server 2008 R2 auf den 3 Computern installieren

Die beiden Hyper-V Server werden mit der Standard-Installation installiert. Der Windows Server 2008 R2 wird zusätzlich zum DC heraufgestuft um die Domäne hyper.local bereit zu stellen.

Schritt 2 Firewall deaktivieren

Für den Test habe ich auf den 3 Servern die Firewall deaktiviert, um nicht die entsprechenden Ports öffnen zu müssen.

Schritt 3 Hyper-V Server in Domäne aufnehmen

Als nächstes werden die Hyper-V Server in die Domäne aufgenommen.

Schritt 4 Verwaltungstools auf dem Windows Server installieren

Um den Cluster später steuern zu können müssen wir 2 Konsolen installieren: Clusterverwaltung und die Hyper-V Tools. Die Konsolen können unter den Features aktiviert werden.

Screenshot1

Schritt 5 iSCSI Target installieren und konfigurieren

Als iSCSI Target Software habe ich das Tool von StarWind verwendet. Nachdem das Programm installiert wurde, kann man sich unter den Benutzernamen “test”, Password “test” anmelden und das Target entsprechen konfigurieren.

Screenshot3

Am iSCSI Target erstellen wir zunächst 2 virtuelle Volumes. 1 Volume wird als Quorumdatenträger für den Cluster verwendet, das andere als Storage für die VHD’s. Wichtig ist dabei, dass die Option “Allow multiple concurrent iSCSI connections (clustering)” verwendet wird, somit können beide Hyper-V Knoten gleichzeitig auf die Volumes zugreifen.

Screenshot5

Schritt 6 Hyper-V Server mit den iSCSI Volumes verbinden

Jetzt muss noch die Verbindung zwischen den Hyper-V Server und dem iSCSI Target hergestellt werden. In der Version R2 des Hyper-V Servers wurde eine grafische Oberfläche für den iSCSI-Initiator hinzugefügt. Der Initiator wird mit den Command iscsicpl gestartet. Nachdem wir zugestimmt haben den iSCSI Dienst zu starten, erhalten wir die Oberfläche wo wir die IP Adresse des iSCSI Targets eintragen und uns zunächst nur mit dem Quorum Volume verbinden.

Screenshot7

Jetzt muss das Volume noch entsprechend Formatiert werden.

Schritt 7 Cluster einrichten

Nun können wir den Cluster erstellen. Wir verbinden uns auf die Hyper-V Server und aktivieren mit Option 11 die Failoverclusterfeatures.

Screenshot9

Nachdem die Features auf beiden Servern aktiviert sind, öffnen wir den Failovercluster-Manager auf dem Windows Server und starten die Clusterkonfiguration.

Screenshot10

Nachdem wir beide Hyper-V Server für den Cluster angegeben haben, startet die Konfigurationsüberprüfung. Sofern bis hierhin alle richtig Konfiguriert wurde, sollte der Check keine Fehler aufzeigen.

Screenshot12 

Nachdem der Cluster vollständig erstellt wurde, werden beide Hyper-V Server im Manager angezeigt.

Da wir den Quorumdatenträger bereits mit beiden Cluster-Knoten verbunden haben, wurde dieser erkannt und schon als Quorumdatenträger konfiguriert.

Screenshot19

Jetzt verbinden wir das Storage-Volume mit den beiden Cluster Knoten um auf die VHD’s zuzugreifen. Bevor das Volume benutzt werden kann, muss es noch formatiert werden.
Jetzt aktivieren wir im Failovercluster-Manager die “Cluster Shared Volumes” und erlauben somit gleichzeitigen Zugriff auf die VHD’s.

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Um nun das Storage-Volume einzubinden, müssen wir es zunächst dem “Speicher” und dann den “Freigegeben Clustervolumes” (Cluster Shared  Volumes) hinzufügen.

Screenshot24

Sobald Cluster Shared Volumes verwendet werden, kann man auf diese unter C:\ClusterStorage\ zugreifen. Für jedes Volume wird ein eigener “Ordner” erstellt.

Screenshot20

Schritt 7 Virtuelle Maschine erstellen

Als nächstes erstellen wir eine virtuelle Maschine (z.B. Windows XP) und ein virtuelles Netzwerk über die zuvor installierte Hyper-V Konsole auf einem der Hyper-V Server. Die VHD und entsprechende Konfigurationsdatei wird dabei auf dem Storage-Volume erstellt.

Screenshot25

Wichtig: Die virtuelle Maschine muss mit dem Netzwerkadapter verbunden werden bevor sie hochverfügbar gemacht wird, sonst kann die Maschine nicht auf den anderen Knoten verschoben werden.

Schritt 8 Virtuelle Maschine hochverfügbar machen

Um die virtuelle Maschine hochverfügbar zu machen, fügen wir einen neuen Dienst hinzu. Dabei muss geachtet werden, dass sich die Maschine im Status beendet oder gespeichert befindet. Ich empfehle die Maschine komplett herunterzufahren um Probleme zu vermeiden.

Screenshot26

Wir erhalten danach eine Liste mit den virtuellen Maschinen.

Screenshot27

Nachdem wir die Testmaschine ausgewählt haben, startet die Konfiguration um den Host hochverfügbar zu machen.

Die Konfiguration ist soweit abgeschlossen.

Test 1 Quick- und Live-Migration

Quick- und Live-Migration sind beides Verfahren um virtuelle Maschine auf einen anderen Knoten zu verschieben. 
Mehr Infos (Whitepapers) zu Live- und Quick-Migration

Live Migration
In meinen Test habe ich für die Live-Migration lediglich 1 Ping verloren.

Screenshot28 

Screenshot29

Quick-Migration
Für den Umzug auf den 2. Knoten durch Quick-Migration gingen 9 Pings an die virtuelle Maschine verloren.

Screenshot30 

Test 2 Ausfall von einem Hyper-V Server simulieren

Als 2. Test habe ich den Stromstecker des Hyper-V Servers gezogen, der aktuell die virtuelle Maschine hostet. Der Failovercluster hat nach wenigen Sekunden die virtuelle Maschine auf dem 2. Konten neu gestartet.


Grüße,dn

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