Nach dem Planen und Veröffentlichen der Topologie kann der Server installiert werden. Wie bereits erklärt, werden nicht alle Lync Rollen installiert, weshalb die Liste der Systemvoraussetzungen deutlich kürzer ausfällt:

Windows 2012 Systemvoraussetzungen

Add-WindowsFeature Windows-Identity-Foundation

Sobald die Windows Identity Foundation installiert ist, kann das Lync Setup wie gewöhnlich ausgeführt werden. Dafür wird der Deployment Wizard verwendet und im ersten Schritt der lokale “Configuration Store” installiert.

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Anschließend werden im Schritt zwei und drei die Lync Komponenten installiert und ein Zertifikat zugewiesen. Das Zertifikat fällt auf dem Survivable Branch Server deutlich einfacher aus, was wieder auf die reduzierten Serverrollen zurückzuführen ist. Webservices und Lyncdiscover werden nicht installiert, je nach DNS Konfiguration muss man allerdings den Eintrag für SIP berücksichtigen. In meinem Lab sieht das sieht das Zertifikat so aus:

CN = ly15-sba.tomt.local
DNS Name = ly15-tomt.local
DNS Name = sip.tomt.it

Ist das Zertifikat zugewiesen, können die Dienste gestartet werden, der Erfolg wird am Besten per PowerShell überprüft:

Get-CsWindowsService

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Infrastruktur

Die Verfügbarkeit von Infrastrukturdienste wie DNS und DHCP muss in Außenstellen natürlich auch berücksichtigt werden.

Gibt es in der Außenstelle Telefone mit Lync Phone Edition sollte der DHCP Dienst lokal verfügbar sein, sonst verlieren diese Telefone bei Ablauf der Leases die Verbindung.

Die DHCP Optionen werden dabei folgendermaßen konfiguriert:

Option 42 (NTP): lokaler NTP Server, z.B. Router
Option 43 (Certificate Provisioning): Front End Server, ly15.tomt.local
Option 120 (SIP Registrar): SBS, ly15-sba.tomt.local</p>

DHCPUtil -SipServer ly15-sba.tomt.local -WebServer ly15.tomt.local</code>

Bei DNS kann man nicht immer eine separate Konfiguration darstellen, gibt es einen Domain Controller in der Außenstelle, stellt dieser für gewöhnlich die Active Directory integrierte Zone zur Verfügung. Das ist für Lync allerdings kein Problem, für das WebTicket benötigt der Client ohnehin eine Verbindung zum Front End Server. Wird der Benutzer dann auf den SBS verschoben, teilt der Lync Front End Server das im Anmeldeprozess mit.

Benutzer

Wenn der Survivable Branch Server einsatzbereit ist, können Benutzer auf diesen verschoben werden um von der höheren Verfügbarkeit zu profitieren. Dies kann über das Lync Server Control Panel oder die Lync Management Shell gemacht werden:

Move-CsUser –Identity [email protected] –Target ly15-sba.tomt.local

Dieser Befehl verschiebt den Benutzer user10 auf den SBS. Der Anmeldeprozess am Client sieht jetzt folgendermaßen aus:

Das Erste REGISTER geht an den Lync Front End Server (10.1.1.27), dieser wurde über DNS Autokonfiguration ausgewählt, der Dienst Eintrag für _sipinternaltls.tomt.it zeigt nach wie vor auf diesen Server.

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Der Front End Server antwortet mit einem “301 Redirect” und teilt dem Client seinen Home Server für die Anmeldung mit. Der Client sendet dann erneut ein REGISTER an diesen neuen “Home Server” (10.1.1.21).

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Nach der erfolgreichen Anmeldung sehen wir in den Konfigurationsinformationen, dass der Client mit dem SBS Pool verbunden ist (Connected Lync Server). Außerdem fällt hier auf, dass der Client nach wie vor die Web Services des zentralen Lync Pools (Front End Server) nutzt.

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Fällt die WAN Verbindung (oder der Lync Pool) aus, wechselt der Client in einen Modus mit eingeschränkter Funktionalität und zeigt eine Warnung an. Diese erinnert den Benutzer, dass er zwar seine Buddy Liste verliert, allerdings nach wie vor telefonieren kann. In diesem Fall ist es vorteilhaft wenn der Client ein lokales Adressbuch hat, die Client Policy für Benutzer auf dem SBS sollte entsprechend konfiguriert werden.

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Natürlich kann auch der SBS ausfallen, in diesem Fall meldet sich der Lync Client wieder am Front End Server an und kann weiterhin die kompletten Features nutzen.

 

Grüße,
Tom

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